Birnengitterrost

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Moderator: Kruemelglueck

Pares
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Birnengitterrost

Beitrag von Pares » Sa 23. Sep 2017, 20:03

Hallo ihr lieben

Ich habe mir vorgenommen auch mal öfter hier zu schreiben und nicht nur auf fb. Meine Vorstellung hole ich noch nach.

Unser Birnenbaum (noch sehr jung, ca 2m hoch) hat Birngitterrost. Und wie ich jetzt erst gelernt habe, haben wir einen Wacholder im Garten, den habe ich vorher nicht erkannt.

Ob ich den Wacholder entferne?
Ich glaube meine Nachbarin hat aber auch einen, dann macht es doch keinen Sinn?

Getragen hat der Baum dieses Jahr rein gar nichts, das war aber wohl schon mal anders. (Wir haben den Garten erst seit ca. 3 Monaten).

Viele liebe Grüße aus dem Bergischen
Serap

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Annika
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Re: Birnengitterrost

Beitrag von Annika » Sa 23. Sep 2017, 22:08

Ich habe da leider keine Ahnung von und eben nur mal kurz gegoogelt.

Kennst du den NABU-Beitrag zum Thema schon?

Ich will den hier einfach mal für alle verlinken, ich fand ihn gerade sehr informativ und zu deiner Wacholderfrage zitiere ich mal 'nen Absatz:
Der Erreger des Birnengitterrostes, wissenschaftlich Gymnosporangium sabinae, gehört zu den sogenannten wirtswechselnden Rostpilzen. Für seinen Entwicklungszyklus benötigt er zwei Wirte: die Birne und den Wacholder. Gymnosporangium sabinae lebt dabei vorrangig auf aus Asien stammenden Wacholderarten wie Juniperus sabina, auch als Sadebaum bekannt, und Juniperus media. Die Empfänglichkeit für den Gitterrost schwankt dabei außerdem von Zuchtsorte zu Zuchtsorte. Der heimische, aus den Wacholderheiden bekannte Gemeine Wacholder (Juniperus communis) dagegen wird vom Birnengitterrost nicht befallen.
Kommt also drauf an welchen ihr da jeweils in euren Gärten habt.

Sorry, mehr kann ich da gerade nicht zu beitragen. *frosch*

Pares
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Re: Birnengitterrost

Beitrag von Pares » So 24. Sep 2017, 00:04

Hey Annika

Doch das hilft! Und sorry das ich nicht ausgeführt habe, worum es genau ging.

Ich hatte auf fb gefragt in der Pflanzenbestimmungsgruppe, die Antwort war:
"wahrscheinlich eine Juniperus squamata Züchtung".

Ich meine aber dass meine Nachbarin auch einen hat, muss ich mal mit nem Tele ein Foto machen. :mrgreen:
Ich bin jetzt nicht so Fan von diesem Wacholder, wollte ihm aber eigentlich nicht an die Pelle. Weiß auch nicht um seine "Bedeutung", muss ich mal lesen.

Gute Nacht
Liebe Grüße, Serap

Pares
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Re: Birnengitterrost

Beitrag von Pares » So 24. Sep 2017, 00:14

Der Artikel ist total interessant.

500m Radius hieße hier, dass das ganze Dorf seine Zierwacholder entfernen müsste, sofern vorhanden.

Ich würde dazu tendieren, unseren zu entfernen.
Liebe Grüße, Serap

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Re: Birnengitterrost

Beitrag von HausNr16 » Mo 16. Okt 2017, 10:48

Total interessant.

Meine "Krüppelbirne" leidet auch unter dieser Krankheit.
Ich vermute, dass es von der anderen Straßenseite kommt.

Lieben Gruß Anna
Lieben Gruß Anna *gießen*

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Re: Birnengitterrost

Beitrag von Joy » Di 14. Nov 2017, 10:29

hach, meine erste Antwort und auch noch mein Fachgebiet! *hurra*
Also:
Der Wechelwirt von Birnengitterrost als Wacholder ist klar.
Aber bevor jetzt alle Wacholdersträucher rausgerissen werden, möchte ich doch mal bremsen, weil der Wacholder in der Natur sehr wichtig ist und nicht jede Wacholderart die leckeren Wacholderbeeren für die Küche bildet.
Man kann sehr gut mit bloßem Auge erkennen, ob ein Wacholder diesen Pilz beherbergt. Und NUR dieser sollte dann rausgerissen werden.
Man erkennt es an orange-braunem Erscheinen, etwas matschig, an einem oder mehreren dickeren, älteren Ästen.
Ein gesunder Wacholder (Juniperus communis oder Meyer) ist vollkommen ungefährlich!
Nur: was nutzt es, wenn man seinen Wacholder rausreißt, in der etwas weiteren bis engeren Nachbarschaft der befallnene Wacholder noch stehen bleibt?
Den Gitterrost an der Birne kann man nur mit Schwefel-Präperaten in der Austriebsphase spritzen. Sonst ist es kaum sinnführend.
Befallene Blätter oder Äste der Birne abzupfen und verbrennen. NICHT IN DEN KOMPOST oder im Garten rumliegen lassen!
NABU, BUND, Wikipedia sind nicht die Hüter von fachlichen Meinungen und ich lege mich da auch öfter mit an. :mrgreen:
Z.B. mein Juniperus Communis, etwa 60 Jahre alt und sehr ertraghaltig für die Wacholderbeeren, musste raus, weil genau er als heimischer Wacholder den Gitterrost-Pilz auf seinen Hauptsäten sitzen hatte. So. Und jetzt?
Joy *biene*

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Re: Birnengitterrost

Beitrag von Annika » Di 14. Nov 2017, 11:03

Joy hat geschrieben:Man kann sehr gut mit bloßem Auge erkennen, ob ein Wacholder diesen Pilz beherbergt. Und NUR dieser sollte dann rausgerissen werden.
Man erkennt es an orange-braunem Erscheinen, etwas matschig, an einem oder mehreren dickeren, älteren Ästen.
Ein gesunder Wacholder (Juniperus communis oder Meyer) ist vollkommen ungefährlich!
Joy, hast du vielleicht ein Foto davon? (Oder jemand anderes?) Denke so ein Vergleichsbild wäre an dieser Stelle sehr hilfreich.

Sicher hast du recht, dass Nabu & Co die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen haben. Bin trotzdem erstaunt, dass bei dir ein heimischer Wachholder befallen ist. Habe jetzt einfach noch mal aus Neugier gegoogelt und ausschließlich die Aussage gefunden, dass der heimische nicht befallen wird.

Hier wurde es allerdings mal differenzierter betrachtet
http://www.berlin.de/senuvk/pflanzensch ... errost.pdf

Zitat aus dem genannten Link:
4. Nicht anfällige Arten und Sorten
o Juniperus chinensis: ‘Blaauw’, ‘Blue Alps’, ‘Kaizuka’, ‘Obelisk’, ‘Plumosa Aurea’
o Juniperus communis: ‘Hibernica’, ‘Hornibrookii’, ‘Repanda’, ‘Sentinel’, ‘Suecica’
o Juniperus horizontalis: ‘Blue Chip’, ‘Prince of Wales’
o Juniperus squamata: ‘Blue Carpet’, ‘Blue Star’, ‘Holger’, ‘Meyeri’
o Juniperus virginiana-Sorten: ‘Canaertii’, ‘Glauca’, ‘Hetz’ (= Jun. x media ‘Hetzii’)
o Juniperus x pfitzeriana-Sorten ‘Pfitzeriana Glauca’, ‘Mint Julep’ (= Jun. x media ‘Pfitzeriana Glauca’,
‘Mint Julep’)
o Juniperus pingii ‘Loderi’ (= Jun. squamata ‘Loderi’),
o Juniperus conferta ‘Blue Pacific’,
o Juniperus procumbens ‘Nana’

Tritt ein Befall mit Rostpilzen an den letztgenannten Arten und Sorten auf (außer bei Jun. chinensis und Jun.
x pfitzeriana), so handelt es sich meist um andere, ebenfalls wirtswechselnde Rostpilze, selten aber um die
Hauptfruchtform von Gymnosporanium fuscum.

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Re: Birnengitterrost

Beitrag von Pares » Sa 18. Nov 2017, 20:47

Joy,
Danke. Wann tritt das denn auf beim Wacholder. Also ab wann?
Bin mal gespannt...
Lieben Gruß
Liebe Grüße, Serap

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Re: Birnengitterrost

Beitrag von µ-Hortus » Di 5. Dez 2017, 13:05

Von der Bonsai-Warte her muss bei Befall noch nicht mal der ganze Wachholder vernichtet werden, es reicht durchaus, die betroffenen Äste grosszügig zu entfernen und den Wachholder danach engmaschig zu überwachen, um rechtzeitig einen weiteren Befall zu finden und zu beheben.

Nur, weil eine Untergruppe der Wachholder nicht gegen Birnengitterrost anfällig ist, heisst das nicht, dass der Pilz nicht gegen eine geschwächte Pflanze Erfolg haben kann. Birnengitterrost ist meines Wissens nach einheimisch und keine eingeschleppte Krankheit, also hatte der Pilz schon vor den Importwacholdern Verbreitungsmöglichkeiten. Vielleicht sind unsere einheimischen Wachholder auch wegen des Selektionsdrucks durch den Pilz erst resistent geworden ...? :)
--Thea.
Schriftstellerin und Textilkünstlerin mit Balkon und Dachterasse. Hortus auf 30 Quadratmetern.

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Re: Birnengitterrost

Beitrag von Gartenphilosophin » Di 5. Dez 2017, 20:02

Das, was ich mir zum Birnengitterrost und Wacholder gemerkt habe, ist, das die Sporen den wirt wechseln, also im Frühjahr fliegen sie von Wacholder zu Birnenbaum, im Herbst zurück. Deshalb, wie Joy schreibt, ist nur in der Austriebsphase eine wirksame Bekämpfung möglich.
LG
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